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Lunch Insights bei RTL Nord – ein Blick hinter die Kulissen, der hängenbleibt

Manche Medien begleiten einen schon ein ganzes Berufsleben – bei mir gehört RTL Nord definitiv dazu. Umso spannender war die Gelegenheit, am 18. März im Rahmen der „Lunch Insights“ des PR Club Hamburg e.V. einmal nicht Nachrichten anzuschauen oder Dreharbeiten zu erleben, sondern hinter die Kulissen des TV-Senders zu blicken. Und ja: Es hat sich absolut gelohnt!

Ankommen, umschauen, staunen

Schon der Ort hat Geschichte: Die Redaktion mit mehr als 50 Mitarbeitenden sitzt im ehemaligen Straßenbahndepot Falkenried, mitten in Hamburg-Eppendorf (wer erinnert sich noch an die letzte Hamburger Straßenbahn, die Linie 2, die bis Ende der 70er-Jahre zwischen dem Rathausmarkt und Schnelsen verkehrte?). Wo früher Bahnen gewartet wurden, entstehen heute Nachrichten. Zwischen 1999 und 2004 wurde das Areal zu einem modernen Wohn- und Gewerbegebiet umgebaut – und seitdem ist RTL Nord genau dort zu Hause.

Empfangen wurden wir von Geschäftsführerin und Programmchefin Sonja Schwetje, die uns direkt das warme Gefühl gab, willkommen zu sein. Danach übernahm Redaktionsleiter Jan Bulig die Führung – und zwar nicht als trockene Pflichtübung, sondern als lebendige Tour durch eine Redaktion im laufenden Betrieb.

Mitten im Maschinenraum der Nachrichten

Und genau das war das Highlight: Wir waren mittendrin. Keine gestellte Führung, kein „so tun als ob“, sondern echter Redaktionsalltag. Vom Newsroom über Maske und Garderobe bis hin zu Schnitt- und Regieraum – und natürlich ins Green-Screen-Studio, liebevoll (oder ehrlicherweise?) auch „grüne Hölle“ genannt.

Man bekommt erst hier ein Gefühl dafür, wie viele Zahnräder ineinandergreifen müssen, damit um Punkt 18 Uhr die Sendung für Hamburg und Schleswig-Holstein „on air“ gehen kann. Produziert wird übrigens im Wechsel zwischen Hamburg und Kiel – ein schönes Beispiel für echte norddeutsche Teamarbeit. Die Ausgabe des Regionalprogramms für Niedersachsen/Bremen wird an den Standorten Hannover und Bremen produziert.

Kleine persönliche Randnotiz: Aus meiner Zeit als Pressesprecherin bei Hagenbeck erinnere ich mich noch gut daran, dass die RTL-Teams damals aus Hamburg-Jenfeld anreisten – und gefühlt immer eine kleine Weltreise zu Presseterminen hinter sich hatten. Heute ist alles deutlich zentraler.

Übrigens bedarf es heute keiner teuren Übertragungswagen mehr. Es reicht ein kleines Equipment im Rucksack, um live vor Ort Filmaufnahmen fürs Fernsehen zu machen. Und seit sich der Austausch über Skype und Co etabliert hat, werden auch Interviews zunehmend darüber geführt.

Von der Erstellung der Anmoderation bis zum Teleprompter

Besonders spannend war der Austausch mit Moderator Alexander Mueschen. Er nahm sich Zeit, uns durch seine Arbeitsbereiche vom Redaktionstisch bis ins Studio zu führen und erklärte, wie er sich auf seine Sendung vorbereitet. Was im Fernsehen so leicht und souverän wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis von Routine, Timing – und ziemlich viel Vorbereitung.

Journalismus zwischen Verantwortung und Tempo

Im zweiten Teil wurde es inhaltlich noch einmal richtig gehaltvoll: Sonja Schwetje sprach über die Rolle von Journalismus in unserer Gesellschaft – gerade in Zeiten von Desinformation, wachsendem Tempo und neuen Technologien.

Ein paar Punkte, die hängen geblieben sind:

  • Journalismus ist Public Value – also ein echter gesellschaftlicher Mehrwert, kein „nice to have“
  • Sorgfalt vor Schnelligkeit – auch wenn die Welt immer schneller wird
  • Künstliche Intelligenz bringt Chancen, aber auch neue Herausforderungen für Glaubwürdigkeit und Einordnung

Besonders beeindruckend: Bei RTL Nord sorgt ein internes Verifizierungsteam rund um die Uhr dafür, dass nur echte, geprüfte Inhalte ins Programm gelangen. Dazu kommen das klassische Zwei-Quellen-Prinzip sowie ein 4- bis 6-Augen-Prinzip für jede einzelne Nachricht. In Zeiten von Fake News ist das nicht nur beruhigend, sondern absolut notwendig.

Diskussion auf Augenhöhe

Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit Sonja Schwetje, Jan Bulig, Alexander Mueschen sowie Moderatorin Susanne Böhm und Live-Reporter Bastian Vollmer. Offen, reflektiert und ohne PR-Floskeln – genau so, wie man sich einen solchen Austausch wünscht.

Fazit: Mehr Wertschätzung für regionale Nachrichtenarbeit

Was bleibt? Vor allem ein weiter geschärftes Bewusstsein dafür, wie viel Arbeit, Verantwortung und Präzision hinter den täglichen Nachrichten steckt. Und eine Bekräftigung, wie wichtig regionaler Journalismus für uns und unsere Demokratie ist – gerade in einer Zeit, in der globale Themen oft die Schlagzeilen dominieren.

Ein großes Dankeschön an RTL Nord und den PR Club Hamburg für diesen inspirierenden Blick hinter die Kulissen!

-- Tanja Königshagen --

Fotos: FMR im Norden

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